Das Telefon am Nachbartisch klingelt, zwei Kolleginnen stimmen sich spontan ab, im Hintergrund rauscht die Klimaanlage – und der Gedanke, an dem Sie gerade gearbeitet haben, ist weg. Lärm im Büro gehört zu den häufigsten Störfaktoren im Arbeitsalltag. Hier erfahren Sie, welche Grenzwerte laut ASR A3.7 gelten, wie sich Bürolärm auf Gesundheit und Konzentration auswirkt und wie Sie Ihr Büro so planen, dass Austausch und Konzentration nebeneinander funktionieren.
Ob im Großraumbüro oder im Zweierbüro: Lärm und Lautstärke sind in vielen Büros allgegenwärtig und können sich hinderlich auf die Konzentration auswirken und im schlimmsten Fall sogar zu gesundheitlichen Gefährdungen und Schäden führen. Gespräche am Nachbararbeitsplatz, Bürogeräte, Klimaanlagen und telefonierende KollegInnen: dies alles kann störende Geräusche produzieren. Verschiedene Maßnahmen zum Lärmschutz im Büro durch ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen können helfen, um unangenehmen Lärm zu reduzieren.
Für uns bei coneon ist klar: Gute Arbeitswelten entstehen dort, wo Menschen sich austauschen und trotzdem konzentriert arbeiten können. Die Akustik ist dafür einer der wichtigsten – und zugleich am häufigsten unterschätzten – Faktoren.
Stand: Oktober 2026
Der Büroalltag ist geprägt von Telefonaten, Besprechungen und spontanem Austausch, aber auch von der konzentrierten Einzelarbeit. Idealerweise sind sowohl Kommunikation als auch Konzentration gleichermaßen ohne Beeinträchtigung möglich. Ist der Geräuschpegel durch Gespräche und Technik auf lange Sicht zu hoch, kann dies jedoch zum Stressfaktor werden und auf Dauer ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen.
Die zentrale Vorschrift für Lärm im Büro ist die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“. Sie konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV, Anhang Nr. 3.7) und unterscheidet Tätigkeiten danach, wie viel Konzentration oder Sprachverständlichkeit sie erfordern. Maßgeblich ist der Beurteilungspegel, also der über die Arbeitszeit gemittelte Schalldruckpegel einschließlich der Geräusche, die durch die eigene Tätigkeit entstehen. Grundsätzlich gilt: Der Schalldruckpegel ist so niedrig zu halten, wie es nach Art des Betriebes möglich ist, um psychische Belastungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen gering zu halten.
Fragen rund um die Büroplanung oder Arbeitsstättenverordnungen?
Maximale Beurteilungspegel nach ASR A3.7:
Empfohlene Höchstwerte für Hintergrundgeräusche (z. B. Lüftung, Klimaanlage, Bürogeräte) nach ASR A3.7:
Zur Einordnung – wie laut sind 40 dB? 40 dB(A) entsprechen etwa der Geräuschkulisse einer ruhigen Bibliothek, 55 dB(A) einer gedämpften Unterhaltung und 70 dB(A) einem lauten Gespräch. Da die Dezibel-Skala logarithmisch ist, wird eine Erhöhung um 10 dB etwa als Verdopplung der Lautstärke empfunden.
Gehörschädigende Pegel kommen im Büro praktisch nicht vor: Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) greift erst ab den Auslösewerten von 80 bzw. 85 dB(A). Bei Bürolärm geht es um sogenannte extra-aurale Wirkungen wie Stress, Ermüdung und Konzentrationsverlust.
Bürolärm ist selten richtig laut – aber fast immer da. Genau das macht ihn so anstrengend: Nach einem Tag im Open Space fühlen sich viele Mitarbeitende erschöpft, obwohl sie gefühlt wenig geschafft haben. Lärm im Büro schädigt in der Regel nicht das Gehör – dafür sind die Pegel zu niedrig. Er wirkt aber als Stressfaktor und kann auf Dauer die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden beeinträchtigen. Typische Folgen von Lärm im Büro sind:
Wie störend Lärm empfunden wird, hängt weniger vom Pegel als vom Informationsgehalt ab: Gespräche und nicht vorhersehbare Geräusche stören am meisten, gleichmäßiges Rauschen wird besser toleriert. Hohe und schrille Töne werden als unangenehmer empfunden als tiefe. Zudem kann Lärm über Wände, Decken oder Fenster von außen eindringen, etwa durch Baustellen oder Verkehr.
Der Beurteilungspegel allein sagt deshalb nur begrenzt etwas über die tatsächliche Belastung aus – auch unterhalb der Grenzwerte können Geräusche sehr störend sein. Arbeitgebende müssen Lärm im Büro im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz berücksichtigen, einschließlich der psychischen Belastung. Hilfreich ist es, die Einschätzungen der Mitarbeitenden zu Störungen und Stresswirkung einzubeziehen und die einzelnen Arbeitsaufgaben mit ihren Anforderungen zu betrachten. Lärm ist dabei nur ein Faktor eines gesunden Arbeitsplatzes – weitere Aspekte finden Sie in unserem Beitrag zur Ergonomie am Arbeitsplatz.
Schall klingt im Raum nach, auch wenn die Geräuschquelle bereits verstummt ist. Die Nachhallzeit beschreibt die Zeit, in der der Schallpegel nach dem Abschalten der Quelle um 60 dB abnimmt. Je kürzer sie ist, desto weniger „hallig“ wirkt der Raum, desto besser ist die Sprachverständlichkeit am eigenen Platz – und desto weniger schaukelt sich der Lärm im Büro auf.
Die ASR A3.7 nennt folgende Richtwerte für die Nachhallzeit in Büros:
Bewertet wird im Frequenzbereich von 250 bis 2.000 Hz. Für die raumakustische Planung ist zudem die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ relevant. Erreicht werden die Werte durch ausreichend schallabsorbierende Flächen, etwa Akustikdecken, Wandabsorber, Akustikmöbel oder Textilien.
Die VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung im Büro“ (Ausgabe 2019) ergänzt die ASR A3.7 und legt raumakustische Qualitätsklassen A, B und C für Büroräume fest. Entscheidend ist dabei nicht nur die Gesamtlautstärke, sondern vor allem die akustische Privatsphäre.
Untersuchungen zeigen: Eine als „schlecht“ empfundene Akustik entsteht weniger durch einen hohen Gesamtpegel als durch eine zu hohe Sprachverständlichkeit zwischen den Arbeitsplätzen. Die Richtlinie bewertet deshalb unter anderem, wie stark der Sprachschall mit zunehmender Entfernung abnimmt (räumliche Abklingrate D2,S). Für Bereiche wie Vertrieb, Verwaltung, Konstruktion oder Callcenter gilt in der Regel die mittlere Qualitätsklasse B als Maßstab.
Nach der ASR A3.7 darf der Beurteilungspegel bei Tätigkeiten mit hoher Konzentration oder Sprachverständlichkeit (z. B. Sachbearbeitung, Programmieren, Besprechungen) höchstens 55 dB(A) betragen, bei Routinetätigkeiten höchstens 70 dB(A). Hintergrundgeräusche aus technischen Anlagen sollten im Zweipersonenbüro 40 dB(A) und im Großraumbüro 45 dB(A) nicht überschreiten.
Am meisten bringen schallabsorbierende Flächen wie Akustikdecken, Wandabsorber und Teppiche, Abschirmungen zwischen den Arbeitsplätzen, eine Trennung von Kommunikations- und Fokuszonen sowie Rückzugsorte wie Telefonboxen. Ergänzend helfen gemeinsame Regeln im Team. Mitarbeitende können störenden Lärm der Führungskraft oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit melden – Arbeitgebende müssen ihn in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen.
40 dB(A) entsprechen etwa der Geräuschkulisse einer ruhigen Bibliothek und gelten als guter Richtwert für konzentriertes Arbeiten. 55 dB(A) entsprechen einer gedämpften Unterhaltung, 70 dB(A) einem lauten Gespräch. Eine Erhöhung um 10 dB wird etwa als Verdopplung der Lautstärke empfunden.
Ja. Ein Gehörschaden ist bei Bürolärm zwar unwahrscheinlich, dauerhafter Lärm wirkt aber als Stressor. Er kann zu Konzentrationsproblemen, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen und langfristig Herz-Kreislauf-Belastungen begünstigen. Lärm zählt deshalb zu den psychischen Belastungen, die in der Gefährdungsbeurteilung erfasst werden müssen.
Rechtsgrundlage ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV, Anhang Nr. 3.7), konkretisiert durch die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“. Für die Raumakustik sind ergänzend die DIN 18041 und die VDI 2569 relevant. Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung greift erst ab 80 dB(A) und spielt im Büro meist keine Rolle.
Was kann man gegen Lärm im Büro tun? Eine Standardlösung gibt es nicht – denn wer viel telefoniert, braucht eine andere Umgebung als jemand, der konzentriert an einem Konzept arbeitet. Am Anfang steht deshalb immer die Analyse: Arbeiten Ihre Teams im Open Space oder in Einzel- und Teambüros? Woher kommt der Lärm – von Gesprächen und Telefonaten, von der Technik oder von draußen? Und welche Tätigkeiten brauchen wirklich Ruhe?
Darauf aufbauend wirken bauliche, planerische und organisatorische Maßnahmen am besten zusammen. In der Raumakustik hat sich dafür das ABC-Prinzip bewährt: Absorbieren. Blockieren. Covern.
Gute Akustik ist kein Zufall, sondern Planung.
Auch wenn alle Grenzwerte eingehalten sind, kann Bürolärm belastend sein. Deshalb denken wir bei coneon Akustik von Anfang an mit – als Teil eines ganzheitlichen Bürokonzepts, in dem der Mensch im Fokus steht. Unsere PlanerInnen analysieren gemeinsam mit Ihnen, wie Ihre Teams arbeiten und wo es heute zu laut ist, und entwickeln daraus ein Akustik- und Raumkonzept, das genau zu Ihnen passt. Ihre Mitarbeitenden gewinnen Ruhe und Konzentration, Ihr Unternehmen eine produktive und attraktive Arbeitswelt. Strategie, Planung, Ausbau und Einrichtung erhalten Sie dabei aus einer Hand.
Jetzt beraten lassen – wir freuen uns auf Ihre Nachricht!
Interessiert an einer Neugestaltung Ihres Büroumfelds? Kontaktieren Sie uns gerne, um ein Büroumfeld zu schaffen, welches genau auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeitenden angepasst ist! Kontaktieren Sie uns, um mehr darüber zu erfahren, wie wir Ihre Mietfläche in eine inspirierende Arbeitswelt verwandeln können.